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Das Internet-Forum der IG Ascleps für Freunde der Asclepiadaceen

Zuletzt aktualisiert am 16.10.2004

 

 
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Asclepiadaceae (Seidenpflanzen- /Schwalbenwurzgewächse)
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Die Asclepiadaceae R.Br. ist mit etwa 240 Gattungen und rund 3.400 Arten eine recht umfangreiche Pflanzenfamilie. Treffender müßte es wohl heißen, war eine recht umfangreiche Pflanzenfamilie, denn aufgrund der Ergebnisse neuerer molekularer Untersuchungen löste man sie im Jahre 2000 auf. Ihre Unterfamilien wurden in die nahe verwandte botanische Familie Apocynaceae (Hundsgiftgewächse) eingegliedert.


Robert Brown
(21.12.1773-10.06.1858)

Blütenbiologische Charakteristika sprechen jedoch nach wie vor stark für die vom schottischen Botaniker Robert Brown 1810 herbeigeführte Trennung von den Apocynaceen. Dies ist auch der Grund, warum Asclepiadaceae von vielen Wissenschaftlern und ernsthaften Hobby-Sammlern weiterhin als eigenständige Familie behandelt wird.

Bei den Asclepiadaceen - von Liebhabern dieser sehr formenreichen Pflanzenfamilie kurz Ascleps genannt - handelt es sich um Kräuter, Kletterpflanzen und Sträucher, vereinzelt auch um Bäume, die einen klaren oder weißen, z.T. kleberigen Milchsaft enthalten. Die meist gegenständig angeordneten Blätter variieren von gut entwickelt bis sehr stark zurückgebildet (Dornen).

Als Zierpflanzen kultiviert werden in erster Linie die i.w.S. sukkulenten Vertreter der Asclepiadaceen, die zusammen etwa 61 Gattungen mit etwa 1.000 Arten und Unterarten umfassen.

In Sammlerkreisen begehrt sind vor allem die stammsukkulenten Asclepiadaceen, die "Aasblumen" oder Stapelieen, wie z.B. Caralluma, Echidnopsis, Edithcolea, Huernia, Orbea und Stapelia, von denen  einige von kaktusähnlichem Habitus sind (z.B. Hoodia und Tavaresia), die spektakulären "Leuchterblumen" (Ceropegien) mit ihren oft meterlangen, dickfleischigen Ranken und nicht zuletzt die prächtigen "Wachsblumen" (Hoya), von denen die meisten epiphytisch wachsen.


Eine wahres Kunstwerk der Natur - die Blüte einer "Leuchterblume" (Ceropegia haygarthii).


Edithcolea grandis
gehört zu den "Aasblumen".


Viele der mehr oder weniger blattsukkulenten Hoyas gedeihen besonders gut im Zimmer, was wohl nicht zuletzt dazu geführt haben dürfte, daß sie zu den in Kultur am meisten verbreitetsten Asclepiadaceen gehören. Wer kennt nicht die wüchsige, zauberhaft blühende Wachs- oder Porzellanblume Hoya carnosa?


Hoya carnosa
, die wohl weltweit als Zimmerpflanze verbreitetste "Wachs- oder Porzellanblume".


Hoya lanceolata ssp. bella
ist 
ebenfalls aufgrund ihrer Anspruchs-
losigkeit sehr häufig in Kultur
anzutreffen.


Einige Asclepiadaceen sind jedoch nicht oder nicht nur als Zierpflanzen hoch interessant, sondern finden wegen ihrer heilenden Inhaltsstoffe in der traditionellen Medizin schon lange Anwendung. Hierzu gehören u.a. Arten der Gattung Asclepias. So werden z.B. die getrockneten und pulverisierten Blätter von Asclepias fruticosa und Asclepias physocarpa geschnupft und sollen gegen Kopfschmerzen helfen.



Links im Bild Namenspatron Asklepios, griech. Gott der Heilkunde.

Die bekannteste "Arzneipflanze" unter den Asclepiadaceen dürfte gegenwärtig wohl die kaktusähnliche Hoodia-Pflanze aus den Trockengebieten des südlichen Afrika sein. Sie enthält die appetitzügelnde Substanz P57. Pharmaunternehmen haben hieraus ein appetithemmendes Medikament entwickelt. Hoodia-Diätpillen könnten das erste weltweit bedeutsame Arzneimittel werden, das von einer südafrikanischen Pflanze stammt. Eine neue Hoffnung für alle Übergewichtigen!

Der Name Asclepiadaceae ist im übrigen auf die Gattung Asclepias zurückzuführen, die wiederum zu Ehren von Äsculapius (auch Asklepios oder Asclepius), dem griechischen Gott der Heilkunde benannt wurde.


Besondere Beachtung verdienen die zumeist außergewöhnlichen Blüten der Asclepiadaceen. Sie gehören zu den komplexesten im gesamten Pflanzenreich, wie anhand der folgenden Abbildung zu ersehen ist <hier klicken>. Man nennt sie daher auch Orchideen der Dicotyledonen, der Zweikeimblättrigen Pflanzen. Insbesondere die Ceropegien und die hochsukkulenten Stapelieen sind aufgrund ihrer oft kunstvollen Blüten wahre Kleinode einer jeden Liebhabersammlung. Letztere trotz ihres häufig unangenehmen Duftes, der bei vielen Arten mehr oder weniger intensiv an verwesendes Fleisch erinnert, worauf sich auch der deutsche Name "Aasblumen" bezieht. Vom penetranten Geruch werden Bestäuberinsekten, vor allem Fliegen, in großer Anzahl angelockt.



Die "Schlankmacherin"
Hoodia gordonii.



Die Blüten der meisten Asclepiadaceen (hier die Innenansicht einer Blüte von Orbea variegata var. triscula) gehören zu den komplexesten im gesamten Pflanzenreich.


Asclepiadaceen sind weltweit verbreitet, kommen jedoch überwiegend in tropischen und subtropischen Gebieten vor. Eine einzige Art, Vincetoxicum hirundinaria (= Cynanchum vincetoxicum), die Schwalbenwurz, ist auch in wärmeren Gebieten Mitteleuropas heimisch.


Weitere Informationen über Seidenpflanzengewächse finden Sie in der freien Enzyklopie Wikipedia.


Empfehlenswerte Literatur:  

Albers, Focke und Meve, Ulli (Hrsg.), 2002, Sukkulentenlexikon, Band 3, Asclepiadaceae (Seidenpflanzengewächse), Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart

Eggli, Urs, 1994, Sukkulenten, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart

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